Android Wear Akkulaufzeit mit den richtigen Einstellungen verlängern

Technik
von Gerhard Petermeir
Veröffentlicht am: 04.04.2015 14:26, zuletzt aktualisiert am: 04.04.2015 14:46

Android Wear Akkulaufzeit mit den richtigen Einstellungen verlängern

Egal ob als nützliches Gadget oder einfach als optisch schönes Accessoir, Smartwatches wie die Moto 360 oder LG G Watch R finden sich immer öfter auf unseren Handgelenken wieder. Die junge Geräteklasse ist aber vor allem noch von einem Leid geplagt: der kurzen Akkulaufzeit.

Besonders nach dem Umstieg von der LG G Watch zur (wesentlich schöneren) Moto 360 habe ich katastrophale Akkulaufzeiten wahrgenommen. Zum einen liegt dies sicherlich an Motorolas Fehlentscheidung, den veralteten Texas Instruments OMAP Prozessor zu verwenden. Einige Softwareupdates konnten diesen Umstand zwar etwas mindern. Dennoch saugen zusätzliche Sensoren und falsche Standardeinstellungen an der Batterielaufzeit.

Mit 5 Einstellungen könnt ihr die Akkulaufzeit jedoch drastisch verlängern und schafft es somit durch den Tag, je nach Gerät und Nutzung sogar 2-3 Tage.

1. Inaktives Display deaktivieren

Wird das Display nicht benötigt, kann es unter Android Wear dennoch in einem gedimmten Zustand bleiben. Die Einstellung hierzu heißt Inaktivies Display. Je nach Display-Typ verschlingt dies die Akku-Ladung in kürzester Zeit. Besonders problematisch ist dies bei LCD-Displays (Moto 360). Neuere Uhren könnten AMOLED-Displays verwenden, die in diesem Zustand nur die benötigten Pixel beleuchten. Auch dies verbraucht mehr Strom, als wenn man die Funktion deaktiviert. Im Gegensatz zu Smartphones-Displays ist dieser Display-Typ auf Uhren jedoch (noch) nicht weit verbreitet.

Inaktives Display deaktivieren
Inaktives Display deaktivieren

2. Dunkles Startdisplay bei OLED und AMOLED

OLED und AMOLED Displays verbrauchen bei hellen Hintergrundbildern potenziell mehr Strom. Daher lohnt sich bei vielen Uhren ein dunkles Hintergrundbild, also ein dunkles Startdisplay (Watch Face). Für LCD Bildschirme ist auch diese Einstellung leider sinnlos. Hier wird nämlich dauerhaft beleuchtet, egal ober der Bildschirm gerade ein schwarzes oder weißes Bild zeigt.

3. Helligkeit drosseln

Daneben ist aber auch die Helligkeit entscheidend. Je heller der Bildschirm beleuchtet wird, desto mehr Strom wird verbraucht. Bei der Moto 360 genügt mir eine Einstellung von 2 bereits, um alles gut lesen zu können.

Automatische Helligkeit deaktivieren und niedrige Helligkeit einstellen
Automatische Helligkeit deaktivieren und niedrige Helligkeit einstellen

4. Sensoren deaktivieren

Viele Smartwatches besitzen zusätzliche Sensoren und Module, die eine gewisse Zusatzfunktion bringen sollen. Die Sony Smartwatch 3 enthält ein GPS-Modul, die Moto 360 einen Umgebungslichtsensor (Ambient Light Sensor) und einen Pulsmess-Sensor. Alle Uhren haben einen Schrittzähler eingebaut, daneben listet die Android Wear Entwicklerseite auch noch einen Beschleunigungssensor, Gravitationssensor, Gyroskope und viele mehr.

Sofern möglich und nicht gebraucht sollte man diese Sensoren und Module deaktivieren bzw. Apps vermeiden, die diese stark beanspruchen. GPS und der Umgebungslichtsensor lassen sich in den Einstellungen ausschalten (letzteres: Automatische Helligkeit deaktivieren). Andere Sensoren werden durch spezielle Apps angesprochen. Benötigt man ihn nicht, kann man auch den Schrittzähler deaktivieren. Diverse Startdisplays zeigen zum Beispiel einen Kompass an und greifen auch auf die Sensoren zu. Solange man die Funktionen also nicht tatsächlich benötigt, sollte man sie ausschalten. Dies schont nicht nur den Akku sondern schützt auch etwas die eigenen Daten.

5. Vorinstallierte Startdisplays verwenden

Ein Vorteil der Android Wear Plattform ist es, dass vielzählige Startoberflächen von Drittherstellern über den Play Store installiert werden können. Vielversprechend war zum Beispiel die Ranger Military Watch Face. Der Kompass, Batterie-Indikator und Schrittzähler sind willkommene Zusatzanzeigen auf der Uhr, doch das geht zu Lasten des Akkus. Die vorinstallierten Oberflächen sind meist minimalistischer und wohl auch abgestimmter auf die jeweilige Uhr und können im Einzelfall wohl eine bessere Akkuleistung bringen, als manche Dritt-App.

Android Wear vorinstallierte Startdisplays
Android Wear vorinstallierte Startdisplays

Fazit

In Summe muss man natürlich nicht jeden dieser 5 Einstellungstipps befolgen. Mann kann aber die Einstellungen so vornehmen, dass sie zu eurem Nutzungsverhalten passen. Der richtige Kompromiss aus Funktionen und Akkuverbrauch ergibt dann akzeptable Laufzeiten und sorgt dafür, dass die Uhr auch einen langen Tag übersteht.

Ein Tipp noch zum Schluss: Gefühlt hilft auch manchmal ein Zurücksetzen der Uhr. Dazu einfach die Uhr auf 100 % laden, in den Einstellungen zurücksetzen und dann nochmals auf 100 % laden. Möglicherweise setzt dies die Akku-Statistik zurück und bereinigt die Cache. Dies soll aber keine regelmäßige Handlung werden sondern eher der letzte Weg, bevor man die Uhr zurückschickt oder wegwirft.

Ansonsten dürfte Android Wear 5.1 ebenfalls noch einige Verbesserungen in Punkto Geschwindigkeit und Akkuleistung bringen, zumindest war dies bei den Smartphones Updates zu 5.1 der Fall.

Kaufempfehlungen:



Permalink: https://to.ptmr.io/1DJaHvW